: Kowaljew ausgesperrt
■ Bürgerrechtler darf OSZE-Gruppe nicht ins umkämpfte Grosny begleiten
Grosny (AP/rtr/AFP) – Tschetschenische Kämpfer setzen den russischen Truppen in Teilen der zerstörten Hauptstadt Grosny offenbar noch erbitterten Widerstand entgegen. Tschetschenische Funktionäre sagten gestern, ihre Kämpfer hätten russische Einheiten aus Teilen des Stadtzentrums vertrieben. Laut Itar-Tass berichtete der Regierungspressedienst, während der vorangegangenen 24 Stunden hätten die russischen Truppen „die vorher eroberten Teile der Stadt gehalten“, Angriffe kleiner Gruppen abgewehrt sowie „Säuberungsaktionen“ vorgenommen. Truppen des Innenministeriums und der Polizeisondertruppe Omon seien gestern im Stadtzentrum mit einer „Spezialoperation“ beauftragt gewesen.
Die Aufklärung von Gefangenenschicksalen ist eine der Aufgaben einer Delegation der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), die am Freitag von Moskau in Richtung Kaukasus abreiste. Berichten zufolge hätten russische Sicherheitskräfte den Menschenrechtler Sergej Kowaljow daran gehindert, mit der Delegation zu reisen. Der ungarische Delegationsleiter Istvan Gyarmati sagte, es sei keine Vermittlungsaktion geplant. Eine Sprecherin des UN-Flüchtlingswerkes UNHCR in Genf kündigte an, übers Wochenende würden drei Flugzeuge mit Hilfsgütern in die Tschetschenien benachbarte russische Republik Dagestan abgehen. Viele der schätzungsweise 150.000 Kriegsflüchtlinge haben dort Zuflucht gesucht. Unterdessen hat der tschetschenische Präsident Dschochar Dudajew angekündigt, er wolle erneut Verhandlungen mit Rußlands Premier Viktor Tschernomyrdin aufnehmen.
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