: Koskotas im Luxusknast
■ Nicht-Auslieferung des in die USA geflüchteten Großbetrügers Koskotas nutzt regierender PASOK ebenso wie den USA / Gnadenreiche Weihnachtszeit im Knast
Der griechische Großbetrüger Koskotas, der die Athener Regierung seit Wochen am Wanken hält, kann in seinem Apartment in einer Haftanstalt bei Boston gelassen Weihnachten feiern. Zwar hat Griechenland den US-Behörden einen Ausweisungsantrag übermittelt. Über den wird vermutlich im Januar entschieden, aber das Ergebnis steht heute schon so gut wie fest. Aus Athen wurden den Verteidigern von Koskotas die Gründe nachgeliefert, die eine Ausweisung zwingend verbieten. Der Vertrag zwischen Griechenland und den USA schützt einen Delinquenten vor Auslieferung, wenn erstens sein Leben im Ursprungsland in Gefahr ist, oder wenn es sich zweitens um einen politischen Fall handelt. Die griechischen Polizeibehörden haben wiederholt betont, daß Koskotas in Athen von der obskuren Terrororganisation „17. November“ umgebracht werden könnte. Und die politische Dimension wurde unlängst von Papandreou persönlich herausgestrichen: mit der Drohung, für den Fall der Nicht-Auslieferung könnte die Regierung die Stützpunktverhandlungen mit den USA unterbrechen, die soeben in ihre nächste Runde gegangen sind. Koskotas ist damit zum politischen Fall deklariert. Die US-Interessen in Griechenland sind damit ebenso gewahrt wie das der PASOK, Koskotas ein mildes Urteil und einen gesegneten Lebensabend in den USA zu ermöglichen.
N.K.
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