: Konflikt um Fruchtumschlag hält an
■ Hafenressort in der Kritik / BLG und Atlanta wiegeln ab
Im Ampel-Untergrund grummelt es weiter gegen das Hafenressort. Hafensenator Beckmeyer steht nach wie vor in der Kritik wegen seiner Politik in Sachen Fruchtumschlag am Europahafen. Beckmeyer hatte dem Senat ein Papier vorgelegt, aus dem hervorgeht, daß das neue Fruchtterminal am Europahafen noch lange nicht im Bau ist. Vor dem Hintergrund der heftigen Auseinandersetzungen, die das neue Fruchtterminal am Europahafen im letzten Sommer verursacht hatte, war das eine einigermaßen überraschende Erkenntnis (vgl. taz von gestern). Die Senatsvorlage hatte in der Staatsrätesitzung am Montag für Streit gesorgt: Häfenstaatsrat Markus mußte sich dabei nicht nur der Kritik derjenigen erwehren, die im Sommer für eine Wohnbebauung am Europahafen gestritten haben. Diesmal gab es auch penetrantes Nachbohren seitens des Wirtschaftsressorts. Die Vorlage sei doch wohl ziemlich substanzlos.
Noch im vergangenen Sommer hatte alles ganz schnell gehen müssen. Jetzt wiegeln die beteiligten Firmen und das Hafenressort eher ab: Man habe noch allerlei verhandeln müssen, heißt es bei der federführenden Bremer Lagerhausgesellschaft und dem kooperierenden Fruchtgrossisten der Atlanta- Gruppe.
Die Eile im Sommer 91 und die Bedächtigkeit jetzt, „nee, das ist kein Widerspruch“, sagt Atlanta- Chef Bernd-Artin Wessels. Die Berechnungen zwischen BLG und Atlanta hätten dreimal neuverhandelt werden müssen, das koste Zeit. Aber: „Ich gehe davon aus, daß wir auf jeden Fall Ende 93 beginnen.“ Auch der BLG-Sprecher Hans-Joachim Weil erklärt die Verzögerungen mit schwierigen Verhandlungen. Die seien erst zuEnde, wenn der Aufsichtsrat Anfang Februar die Kooperation absegne. Warum es dann im Sommer nach Meinung der Fruchtgroßhändler so schnell gehen mußte? „Jeder handelt nach seinen Intentionen.“
Im Hafenressort war man nach der gestrigen taz-Berichterstattung und der Kritik in der Ampel etwas verschnupft: „Wir geben keine Stellungnahme zu einem senatsinternen Papier ab“, ließ Staatsrat Markus durch seinen Sprecher ausrichten. Im Hafenressort gehe man davon aus, „daß im Herbst 93 die Erweiterung realisiert sein wird". Daß die Bauten zum geplanten Zeitpunkt fertig werden, davon geht allerdings die BLG schon gar nicht mehr aus. Weil: „Möglicherweise sind die Maßnahmen dann noch nicht zur Gänze fertig.“ J.G.
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