Kommentar: Viel hilft trotzdem nicht genug

400 Milloionen Euro bekommen die Berliner Bildungsstätten vom Bund. Gerettet werden können sie damit, wenn überhaupt, nur knapp.

Nach jahrzehntelanger Dürre gibt es nun also wieder Wasser auf den trockenen Boden der Berliner Bildungsstätten. Nicht etwa nur einen Tropfen, sondern über 400 Millionen Euro aus dem zweiten Konjunkturprogramm des Bundes sollen an Kindergärten, Schulen und Universitäten fließen. Zum Vergleich: Regulär würde der Senat in diesem Jahr 32 Millionen in die Schulsanierung stecken, insgesamt verbauen die Bezirke lediglich 300 Millionen in zwölf Monaten.

Die Dürstenden freuen sich - verhalten. Denn sie wissen, wie es weitergeht: Nachdem Grundschulen mehr Pädagogen, Kindergärten eine bessere Ausstattung, Gemeinschaftsschulen mehr Räume und Gymnasien neue Sporthallen gefordert haben, wird sich herausstellen: 400 Millionen reichen gerade mal für einen Teil. Und weil es sich eben um dringende Projekte handelt, kommt es nicht nur darauf an, Geld zu verteilen, sondern sich darum zu kümmern, dass es schnell und sinnvoll verteilt wird.

Es ist nicht zu entschuldigen, wenn - wie in der Vergangenheit - Gelder wegen Personalmangels oder zu kurzer Verwendungsfristen verfallen. Oder wenn sie, was mindestens ebenso schlimm ist, an der falschen Stelle eingesetzt werden. Wenn eine Schule absehbar schließen wird, ist das bei der Planung der Sanierungsarbeiten zu berücksichtigen. Ebenso, ob eine Schule zur Gemeinschaftsschule wird, eine Mensa benötigt oder mehr Räume für die Betreuung von kleinen Gruppen.

Zu entscheiden, ob das Geld für eine neue Heizungsanlage an Schule A, eine Wärmedämmung an Kindergarten B oder neue Stühle für Hochschule C geht, wird nicht leicht sein und wiederum empörte Reaktionen nach sich ziehen. Daher ist, wer entscheiden muss, nicht zu beneiden. Weil er die Verdurstenden höchstens knapp retten wird. Ganz knapp.

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