■ Kommentar: Low tech
Ob Siemens unbedingt an der Uni ansiedeln muß? Gibt's denn keine anderen Standorte? Das Umweltressort hat gesucht und nichts Rechtes gefunden, und am Ende scheinen sich auch die KritikerInnen darauf einlassen zu wollen, daß Bremen in seiner Lage einem Konzern wie Siemens nicht die kalte Schulter zeigen soll, insbesondere wenn die Stadt dem Unternehmen vorher das Plätzchen an der Universität versprochen hat. Der Kritikermeute wird die Luft knapp. Außer Gerold, dem Unermüdlichen! Der hält dem Wirtschaftssenator sein Bundesverdienstkreuz entgegen, wie weiland die armen Bauern der Karpathen dem Grafen Dracula das Kruzifix: Auf daß der Jäger zu Staub zerbrösele!
Wie dieser Streit auch immer ausgehen mag: Die vehement vorangetriebene Ansiedelung von Siemens im Uni-Ost-Gelände ist reichlich peinlich. Was wurde in der Vergangenheit Schaum geschlagen mit der Idee, rund um die Uni High Tech anzusiedeln. Was strengt sich der Wirtschaftssenator in seiner Vorlage an, Siemens in Bremen als Hochtechnologieunternehmen auszugeben. Am Ende wird das Hochtechnologischste das Textverarbeitungsprogramm der Siemens- Verwaltung sein. Bißchen wenig. Siemens, das ist Low-Tech. Jochen Grabler
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen