Kommentar Stadtentwicklung: Fehler nicht wiederholen

Werden die Bewohner eines Quartiers nicht in die Stadtplanung einbezogen, kann es zu fatalen Entwicklungen kommen. Das sollte die Politik beim Thema "Brammer-Fläche" im Hinterkopf haben.

Um es vorweg zu sagen: Niemand dürfte wirklich davon ausgegangen sein, dass eine Klage vor dem Verwaltungsgericht den Bau des Ikea-Bunkers in der Großen Bergstraße noch hätte stoppen können. Die Kuhle ist schon ausgegraben, rundherum steigen munter die Mieten. Selbst wenn die Richter dem Antrag nun stattgegeben hätten: Bis die Sache in der zweiten Instanz angekommen wäre, hätte die Gentrifizierung längst vollendete Tatsachen geschaffen.

Politisch aber war das Verfahren nützlich: Es zeigt zugleich auf, wie schnell durch die Politik eine fatale Entwicklung in Gang gesetzt werden kann, wenn die betroffenen Bewohner eines Stadtteils in die Stadtentwicklung nicht mit einbezogen werden, sondern als bloße Statisten am Rande stehen.

Das sollten all jene im Hinterkopf haben, die nun im Begriff sind, mit dem Brammer-Gelände im Schanzenviertel eine neue politische Baustelle entstehen zu lassen. Einigkeit besteht seit Jahrzehnten: Das seit 1992 brach liegende Areal ist einer nützlichen Nutzung zuzuführen. Derzeit macht der "Central Park" das Areal teilweise zum Erholungsstrand.

Aber: Gerade wenn sich im Bezirk Altona die Einsicht durchgesetzt hat, das Viertel unter sozialen Erhaltensschutz zu stellen, können nicht 17 Jahre alte Pläne ungeprüft umgesetzt werden.

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Jahrgang 1956, Seit 1983 bei der taz – zuerst bei der taz.hamburg und jetzt bei der taz.nord in Hamburg. Ressorts: Polizei, Justiz, Betrieb und Gewerkschaft. Schwerpunkte: Repression, progressive Bewegungen und Widerstand gegen Gentrifizierung

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