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Kommentar KI-Strategie der Regierung Ratlose Intelligenz

Tanja Tricarico

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Tanja Tricarico

Die Bundesregierung will ganz vorne sein bei der Entwicklung der Künstlichen Intelligenz. Der Schutz privater Daten kümmert sie wenig.

E ndlich will die Bundesrepublik ganz vorn dabei sein, wenn es um die Zukunft geht. Künstliche Intelligenz, Big Data – Digitalisierung soll nicht länger ein Thema sein, das nur mit Fingerspitzen angefasst wird. Jede Menge Worthülsen haben sich Wirtschafts-, Arbeits-, und Bildungsministerium dafür ausgedacht. Endlich sollen alle Forscher*innen gemeinsam arbeiten. Geld wird natürlich auch fließen. Wie viel und wer es bekommen soll, ist in der analogen Welt noch nicht abgemacht. Aber, ganz wichtig: Die Regierung kümmert sich um den Fortschritt im Land.

Das ist die zentrale Botschaft des Eckpunktepapiers zur „Strategie Künstliche Intelligenz“, das am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. Doch das Vorhaben hat einen hohen Preis. Der Schutz privater Daten, der Umgang mit sensiblen Informationen, etwa von Patient*innen, von Kindern und Jugendlichen, wird mit wenigen Phrasen abgewickelt. Statt dessen geht es vor allem darum, Firmen die lukrative Nutzung des unbekannten Datenschatzes zu ermöglichen.

Dass digitale Technologien nicht mehr aufzuhalten sind, ist unbestritten. Ebenso die Tatsache, dass jede Menge Daten benötigt werden. Dies in Einklang mit dem Schutz privater Informationen zu bringen, der Bürger*innen vor Einflussnahme und Missbrauch schützen soll, scheint die Politik ratlos zurückzulassen, von einer Strategie kann nicht die Rede sein.

Ohne Regulierung, ohne staatliche Eingriffe, Regeln und Sanktionen wird es aber nicht gehen. Schließlich schreien derzeit sogar die Chefs internationaler IT-Konzerne wie Microcoft nach Regulierung beim Einsatz künstlicher Intelligenz. Noch hat die Bundesregierung nur ein schmales Papier vorgelegt. Im Herbst soll die finale Strategie stehen, mit der Deutschland zum Mega-KI-Standort werden soll. Die Zeit läuft – für den Schutz der Bürgerrechte.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Tanja Tricarico

Tanja Tricarico ausland

Schreibt über Außen- und Sicherheitspolitik, Entwicklungszusammenarbeit, früher auch Digitalisierung. Host der Fernverbindung, dem Auslands-Podcast der taz. Privat im Einsatz für www.geschichte-hat-zukunft.org
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1 Kommentar

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  • Joel Klein

    Na ja - wenn man sich anschaut, aus wes "Geistes" Kindern die GroKo größtenteils besteht, ist künstliche Intelligenz die einzige Hoffnung, die denen noch bleibt! Aber wer es in 12 jahren nicht geschafft hat, flächendeckend schnelles Internet in Deutschland bereitzustellen, für die jämmerliche Bandbreite und Abdeckung aber trotzdem europaweit die höchsten Gebühren kassiert, wird auch beim Thema KI versagen - wie bei allen anderen wichtigen Problemen auch!