Kommentar GAL-Bildungspapier: Selbstkritik als Chance

Der Plan einer flächendeckenden Strukturänderung von oben in kurzer Zeit sei falsch gewesen, schreibt Goetsch in ihrem Papier. Darüber kann man streiten.

Auch wenn es im Goetsch-Papier nicht angesprochen wird: Nach der Lektüre stellt sich die Frage, ob die GAL nicht doch wieder das Bildungsressort übernehmen sollte. Dazu hört man aus der Partei verschiedene Meinungen.

Es ist viel Selbstkritik, die Christa Goetsch hier formuliert. Der Plan einer flächendeckenden Strukturänderung von oben in kurzer Zeit sei falsch gewesen, sagt sie. Darüber kann man streiten. Aber macht, wer solche Fehler einräumt, nicht bald weitere? Oder zeigt diese Politikerin, dass sie lernfähig ist? Und wäre eine Senatorin, die das Ressort kennt, nicht gerade geeignet?

Klar ist: An der Struktur aus Grundschule, Stadtteilschule und Gymnasium wird keine regierende Partei bald wieder etwas ändern. Aber innerhalb dieser Struktur kann Bildungspolitik verschieden gestaltet werden. Steht die Förderung jedes einzelnen Kindes im Mittelpunkt oder setzt man auf Druck und Paukkultur? Wird die Inklusion behinderter Kinder gefördert, werden Lehrerstellen für kleine Klassen vor sparwütigen Finanzsenatoren verteidigt?

Selbst wenn das Bildungsressort in andere Hände ginge: Position müssen die Grünen trotzdem beziehen, denn das Problem fehlender Bildungsgerechtigkeit ist nicht gelöst. Ein Ausweichen auf Hochschulpolitik wäre wenig überzeugend, zumal die Grünen sich hier zuletzt nicht gerade profilierten.

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Seit 1992 mit Unterbrechung (1995 bis 2000) Redakteurin der taz am Standort Hamburg für Bildung und Soziales.

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