Kolumne Liebeserklärung: Die Bartschisten
Die Dietmar-Bartsch-Fans bei den Linken sind echt voll lustig. Und singen können die! Im neuen Liederheft gibt es pfiffige Songs.
W as höre ich da? Ihr Fans von Dietmar Bartsch – ihr nennt euch Bartschisten? Ihr seid ja crazy! Wer hat euch nur dieses Wortspiel eingeflüstert? Was frag ich – ihr seid da selbst draufgekommen, nicht wahr?
Besonders gut gefällt mir euer aktuelles Druckwerk. Ein Liederheft, zwölf Seiten, mit dem dollen Titel „Bartschismo o muerte!“. In dem habt ihr superpfiffig Songs umgetextet: Statt Markus Discobrüller „Ich will Spaß“ heißt es „Ich will Bartsch“. Und vorher: „Ich zieh die Kipping aus dem Verkehr / Ich jag van Aken vor mir her / Ich will Bartsch, ich will Bartsch.“
Toll. So was Schönes hatten wir früher im Osten nicht. Da hättet ihr ein Parteiverfahren an den Hals gekriegt, wenn ihr zu „Bruttosozialprodukt“ von Geier Sturzflug gereimt hättet: „Wenn sich Opa am Sonntag auf die Sahra schwingt / und heimlich in die KPF eindringt “
Damit habt ihr Bartschisten gezeigt, dass ihr mindestens so schlagfertig und sangesfreudig seid wie die Genossen aus dem Westen. Die haben ja auf dem Göttinger Parteitag im letzten Jahr nach Dietmar Bartschs versemmelter Vorsitzendenkandidatur Hohngesänge angestimmt. „Ihr habt den Krieg verloren.“ Scheiß Wessis.
Ein afrikanischer Flüchtling wagt erneut die gefährliche Überfahrt von Marokko nach Spanien. Dieses Mal will er es professioneller angehen. Ob er so die Angst und das Risiko überwinden kann, lesen Sie in der taz.am wochenende vom 19./20. Oktober 2013. Außerdem: Wird man da irre? Ein Schriftsteller über seinen freiwilligen Aufenthalt in der Psychiatrie. Und: Vater und Sohn – Peter Brandt über Willy Brandt, den Kanzler-Vater. Am Kiosk, eKiosk oder gleich im praktischen Wochenendabo.
Zu Pfingsten 2013 war dann euer Heft fertig. Und natürlich hat auch der Gegner - also irgendwelche durchgefütterten WASGler – ein paar Hefte bekommen. Jetzt haben diese sogenannten Genossen euer „Bartschismo o muerte!“-Heft dem Springer-Verlag durchgereicht. „Sex-Liederbuch gegen Gysi“, lautet die Bild-Überschrift. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass das genau euer Niveau ist.
Mit soz. Gruß, eure
Anja Maier
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert