: Kollege Rappe unter Beschuß
Hannover (dpa) - Eine „knochenharte Auseinandersetzung“ um das freie Wochenende hat der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Druck und Papier, Erwin Ferlemann, den Unternehmern in der Druckindustrie für die laufende Tarifrunde angekündigt. Beim Gewerkschaftstag der niedersächsischen IG Druck und Papier in Hannover sagte Ferlemann am Sonntag, vor allem Großdruckereien wollten den Samstag wieder als „Normalarbeitstag“ einführen, um Zuschläge für Sonderschichten zu sparen.
In diesem Zusammenhang griff Ferlemann den IG-Chemie -Vorsitzenden Hermann Rappe scharf an. Entgegen der Hoffnung mancher Unternehmer, sei Rappe der einzige Gewerkschaftsführer im DGB, der eine Einbeziehung des Sonntags „predige“. Die von Rappe in Gang gesetzte Diskussion über eine Ausweitung der Wochenendarbeit nannte er „völlig überflüssig“ und kritisierte, daß Rappe sich in den Gremien des DGB bisher einer Diskussion über seine umstrittenen Thesen aus angeblich terminlichen Gründen nicht gestellt habe. Ferlemann warf dem IG-Chemie-Vorsitzenden vor, er müsse wohl „solche Reden halten, weil er offensichtlich sein Ziel nicht aufgegeben hat, Minister in einer großen Koalition zu werden“.
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen