: Kohl verteidigt Mini-Rentenerhöhung
Bonn (afp) — Bundeskanzler Kohl hat die für den 1. Juli vorgesehene unterschiedliche Rentenerhöhung in Ost und West verteidigt. Die Anhebung für Ostdeutschland mit rund zehn Prozent sei höher als in den alten Ländern mit 2,71 Prozent, „weil die Löhne in den neuen Bundesländern dort von einem heute noch niedrigeren Niveau aus stärker steigen“, betonte Kohl am Mittwoch im Bundeskabinett. Scharfe Kritik kam dagegen von SPD und IG Metall. Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Lafontaine forderte eine Kurskorrektur von Bonn. Ansonsten blieben die Arbeitnehmer und Rentner Opfer einer falschen Wirtschafts- und Finanzpolitik. Das IG-Metall-Vorstandsmitglied Horst Schmitthenner bezeichnete in Dortmund die nettolohnbezogene Rentenanpassung, die unter der Preissteigerungsrate liege, als „fragwürdige Beglückung“.
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