: Kohl soll Studis helfen
■ Studentenwerk fordert höheres BaföG / Studienabbrecher sollen alles zurückzahlen
Bonn (dpa) – Das Deutsche Studentenwerk (DSW) lehnt den vom Bundeskabinett im Zuge seiner Sparmaßnahmen beschlossenen Verzicht auf die 1994 fällige Anpassung der Ausbildungsförderungssätze (BAföG) und Elternfreibeträge entschieden ab und fordert eine Korrektur. Einen entsprechenden Appell richtete DSW-Präsident Prof. Albert von Mutius in einem Brief an Kanzler Kohl. Neben der Forderung nach einer generellen Neuordnung in Richtung auf einen einheitlichen Familienlastenausgleich stellte von Mutius vor der Presse Kompromißüberlegungen zur Diskussion. So könnte von den geförderten Studenten, die in der ersten Hälfte ihres Studiums die akademische Ausbildung abbrechen, verlangt werden, daß sie den Förderbetrag voll zurückzahlen.
Die gegenwärtige Regelung bestimmt, daß die BAföG-Mittel jeweils zu 50 Prozent als Darlehen und Zuschuß gewährt werden. Nach dieser Überlegung, die laut von Mutius in den DSW-Gremien allerdings nicht abgestimmt ist, würde die Förderung für die zweite Hälfte des Studiums aus einem reinen Zuschuß bestehen. Die Abbrecherquote liegt bei etwa 30 Prozent eines Studienjahrgangs, davon 60 Prozent bis zum vierten Semester.
Von Mutius wies auf das Ergebnis der 13. DSW-Sozialerhebung hin, wonach der Anteil der Studenten aus niedrigen sozialen Herkunftsgruppen von 1982 bis 1993 von 23 auf 15 Prozent abgenommen habe. Der durchschnittliche BAföG-Satz für Studierende liegt nach seinen Angaben gegenwärtig bei 400 bis 500 Mark.
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