piwik no script img

Kirchenamt weiter besetzt

Düsseldorf (taz) — 300 Roma aus Duisburg und Krefeld, darunter über 100 Kinder, lagern weiter in der Eingangshalle des Düsseldorfer Landeskirchenamts der Evangelischen Kirche im Rheinland. Sie erklärten, daß sie sich aus Angst vor Abschiebungen unter den Schutz der Kirche stellen wollen, und forderten erneut ein Bleiberecht. Der Duisburger Rechtsdezernent versicherte den Roma gestern, daß sie derzeit keine Abschiebungen zu befürchten hätten, da für Duisburger Roma eine kommunal beschlossene Duldung bis Mitte Februar gilt.

Der Pressesprecher des Kirchenamts, in dem die Arbeit normal weitergeht, sagte, mit ihrer Aktion würden die Roma „eine wichtige Kraft, nämlich die Kirche, die sich bisher stets für ein Bleiberecht eingesetzt hat, so unter Druck setzen, daß wir praktisch keinen politischen Handlungsspielraum mehr haben“. Das Kirchenamt ist in der Klemme. Es versucht, die Roma zum freiwilligen Gehen zu bewegen, da eine Räumung der bisherigen Roma-Politik der evangelischen Kirche völlig zuwiderlaufen und jedes Vertrauen zerstören würde. bm

Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen