Kinder fragen, die taz antwortet: Warum kann ich kein Pony haben?

Wir wollen von Kindern wissen, welche Fragen sie beschäftigen. Jede Woche beantworten wir eine davon. Diese Frage kommt von Carla.

Nahaufnahme von zwei Ponys

Kindertraum: Pony Foto: Imago

Vor ein paar Wochen war ich mit meiner Familie im Erfurter Zoo. Gegen Ende der sehr schönen Runde mit Giraffen, Elefanten, Schildkröten und Affen erreichten wir einige kleine Koppeln mit Schweinen, Ziegen und – Ponys! Wir waren etwas fußlahm nach fast fünf Stunden, nur meine Nichte Carla stürmte euphorisch voraus. Sie ist 11, liebt Pferde und reitet seit drei Jahren.

Wir trotteten gemütlich hinterher. Die Ponys waren tatsächlich ziemlich süß, so klein wie große Hunde kuschelten sie da miteinander. Carla war begeistert und fragte mich: „Paul, warum darf ich kein Pony haben?“ Ich bin nicht der richtige Ansprechpartner für diese Frage, rufe also meine Schwester an. „Luise, warum darf Carla kein Pony haben?“

Meine Schwester überlegt nicht lange. „Carla fragt das so im Schnitt zwei Mal im Monat“, sagt sie. „Und, was antwortest du?“, frage ich. „Wir haben keinen Platz für ein Pony. Und wenn man es woanders unterbringen würde, wäre das wahnsinnig teuer.“

Stimmt. Beim Reiterhof Melchert in Weimar etwa, wo meine Schwester mit ihrem Mann und ihren drei Kindern wohnt, kostet so eine Pferdepension mindestens 330 Euro im Monat. Dazu kommen: Tierarzt, Hufschmied, Versicherung …

80 Euro für den Reitunterricht

„Carlas Pferdeliebe ist groß, sehr groß. Und sie geht ja schon einmal in der Woche reiten auf ihrem Lieblingspferd Rebell. Ein ziemlich großes Pony ist das. Das muss sie auch pflegen, sauber machen. Fast wie ein eigenes Pferd“, sagt meine Schwester.

Der Reitunterricht kostet 80 Euro im Monat, dazu fährt Carla einmal im Jahr mit ihren besten Freundinnen in die Reiterferien für 600 Euro. Ganz schön viel Geld.

Dieser Text stammt aus der taz am wochenende. Immer ab Samstag am Kiosk, im eKiosk oder gleich im Wochenendabo. Und bei Facebook und Twitter.

„Ich hatte ja gedacht, die Katze reicht. Wir haben uns ja auch gesteigert: Fische, Hamster, Meerschweinchen und jetzt die Katze. Die Tiere wurden immer größer und immer aufwendiger“, sagt meine Schwester. Und die Verantwortung für ein Pferd wäre ja nochmal deutlich größer als die für eine Katze.

Liebe Carla, es sieht also leider nicht so gut aus mit einem eigenen Pony. Aber gerade hast du mir nochmal Videos und Bilder geschickt von dir und Rebell, wie du mit ihm kuschelst und auf ihm galoppierst. Ihr seid ein gutes Team, das sieht man sofort. Macht doch fast keinen Unterschied, ob er dir gehört oder nicht.

Und wenn du groß bist, dein eigenes Geld verdienst und noch immer so vernarrt bist in Pferde, dann kannst du dir ja überlegen, ob du ein eigenes Pony haben willst.

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