Kinder fragen, die taz antwortet: Warum macht die Politik so wenig?

Beim Klimaschutz geht es so langsam voran? Sind Politiker schuld, weil sie das nicht wichtig nehmen?

Demonstranten der Klimabewegung «Fridays for Future» liegen am Heldenplatz in Wien, auf dem mit Kreide die Frage geschrieben steht «Was ist euch unsere Zukunft wert?

Protestaktion von Fridays for Future: „Such dir MitstreiterInnen – und mach es einfach selber!“ Foto: Mika Mahringer/dpa

Wir wollten von Kindern wissen, welche Fragen ihnen zurzeit auf den Nägeln brennen. Hier beantworten wir jede Woche eine davon. Diesmal möchte Paula, 11, wissen, warum die Politiker so wenig gegen den Klimawandel tun. Es antwortet unser taz-Klimaexperte Bernhard Pötter.

Liebe Paula,

viele Politikerinnen und Politiker machen durchaus viel gegen den Klimawandel – aber es reicht bisher nicht. Es gibt viele Gesetze, Verträge und Förderprogramme, die darauf zielen, dass Deutschland und andere Länder weniger Kohlendioxid ausstoßen. Manchmal sind sie erfolgreich, manchmal nicht so.

Es wird dich erstaunen, aber für den Klimaschutz passiert eigentlich sogar ziemlich viel. Deutschland hat zum Beispiel seit 1990 seinen CO2-Ausstoß um etwa 40 Prozent gesenkt – also fast die Hälfte. Das ist eine ganze Menge, wenn man bedenkt, dass wir in derselben Zeit immer mehr Auto gefahren sind, immer mehr Strom verbraucht haben, immer mehr Maschinen gebaut haben und in immer größeren Wohnungen wohnen.

Warum geht Klimaschutz dann nicht schneller? Auch darauf gibt es viele Antworten. Manche, die in der Politik Verantwortung tragen, wollen das Klimaproblem nicht sehen, weil sie Angst haben: Angst davor, ihre Wähler zu ärgern, wenn zum Beispiel Benzin teurer wird. Andere sind zu gut mit der Industrie befreundet, oder die Firmenchefs drohen ihnen, dass sie Leute entlassen werden – die dann wieder als Wähler auf die Politiker sauer sind.

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Der größte Bremsklotz aber ist, dass es für uns alle unglaublich schwer ist, unsere Gewohnheiten zu ändern. Über die letzten 100 Jahre haben wir unser Leben hier so eingerichtet, dass wir Kohle, Öl und Gas verbrennen (und damit leider CO2 erzeugen), um Strom zu bekommen, Auto zu fahren oder unsere Wohnung zu heizen. Und wenn wir uns an angenehme Dinge gewöhnt haben, wollen wir sie behalten.

Wer all das ändern will, braucht viele gute Ideen, viel Mut, Überzeugungskraft und eine Menge Freundinnen und Freunde. Die gute Nachricht ist: Es gibt solche Menschen in der Politik, in der Wirtschaft, bei Umweltverbänden und in der Wissenschaft. Vor 20 Jahren haben diese Politiker ein Gesetz gemacht, nach dem Wind- und Solarenergie so billig geworden sind, dass sie jetzt auf der ganzen Welt bezahlbar sind.

Denn das Gute an Politikern in einer Demokratie wie in Deutschland ist: Wenn genügend Leute ihnen laut genug sagen, was sie machen sollen, dann machen die das irgendwann auch. Oder du suchst dir MitstreiterInnen – und machst es einfach selber!

Viel Spaß und Erfolg dabei wünscht Dir Bernhard Pötter

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