: „Keine Verbindung e.V.“
■ Bekennerschreiben: Anschlag auf Telefonleitungen galt Asylverfahren
Frankfurt/Main (dpa/AP/taz)
Eine Gruppe mit dem Phantasienamen „Keine Verbindung e.V.“ übernahm gestern die Verantwortung für den Anschlag auf Telefon- und Datenleitungen im Umfeld des Frankfurter Flughafens. Dies geht aus einem Bekennerschreiben hervor, das gestern bei der Frankfurter Rundschau einging.
Wie die FR in ihrer gestrigen Abendausgabe berichtete, schreiben die Bekenner: „Wir haben an mehreren Stellen die unterirdischen Glasfaserbahnen durchschnitten.“ Beschädigt worden waren bei der nächtlichen Aktion unter anderem Telefon- und Datenleitungen in zwei Kabelschächten im direkten Flughafen-Umfeld.
Weiter heißt es in dem Schreiben, der Rhein-Main-Flughafen sei ein „wichtiger Bestandteil der militärischen Logistik“ und habe „seine Funktion im Rahmen der imperialistischen Weltordnung“. „Unsere Aktion ist der Versuch, den glatten Ablauf der Maschinerie zu stören“, zitierte die FR aus dem Schreiben. Dem Bundesgrenzschutz werfen die Absender des Bekennerschreibens vor, am Frankfurter Flughafen ein „Internierungslager“ eingerichtet zu haben.
Der Anschlag habe vor allem dem Asylverfahren auf dem Flughafen gegolten, meinte gestern auch der Frankfurter Polizeisprecher Peter Oehm. Beim Flughafenverfahren werden Asylsuchende vom Bundesgrenzschutz auf exterritorialem Gebiet in einem Außengebäude des Flughafens untergebracht. Dann prüft das Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge, ob sie grundsätzlich berechtigt sind, einen Asylantrag zu stellen. Die meisten werden nach wenigen Tagen wieder in ihre Heimatländer zurückgeschickt.
Ingesamt durchschnitten die Täter nach Angaben der Telekom an drei Stellen sieben Kabelstränge. Mehrere zehntausend Menschen konnten für Stunden nicht telefonieren, auf dem Airport kam es wegen des Ausfalls von Datenleitungen zu Verspätungen und teilweise zu einem Chaos bei den Buchungen. Die meisten Schäden seien bereits in der Nacht zum Donnerstag behoben worden, die Höhe der Schäden stehe noch nicht fest.
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