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Keine Granaten an Despoten

■ betr.: "Die Emphase des Hypothetischen" von Dunja Melcic, taz vom 26.5.93

betr.: „Die Emphase des Hypothetischen“ von Dunja Melćić,

taz vom 26.5.93

Der letzte Satz, vielmehr persönliche Auswurf von Frau Melćić, „Kroatenhasser ... Konrad, Glotz, Grass, Habermas, Küng“ bestätigt das Gleichnis von Geschichtsbetrachtung bezüglich Weltkrieg II im heutigen Deutschland und Kroatien. „Wir sind wieder wer“, mit einem gemeinsamen Feind aus „vergessenen“ Tagen. Zudem, mit dem Segen des Vatikan läßt man die serbischen Nationalisten gewähren, unterläßt die Weltgemeinschaft von Anfang an die Errichtung von Schutzzonen an den entstandenen anerkannten Grenzen.

„Nur“ um den Menschen in der Welt einen Vorwand für weitere, expandierende und profitable Waffenschiebereien zu präsentieren.

Vornehmlich die einflußreichen westlichen Staaten haben dieses „Dilemma“ der Eskalation zu verantworten.

In Deutschland selbst läßt sich die antiserbische Agitation gegen das serbische Volk(!) gut verkaufen, wenn auch ein Herr Zülch von einer „GfbV“ mit „Waffengewalt ... gegen die Serben“ vorgehen will und „für das Aufheben des Waffenembargos (offiziell, m.R.) gegen Bosnien-Herzegowina“ öffentlich eintritt. Nein, keinem Despoten, ob Izetbegović, Karadzić, Milosević oder Tudjman, darf auch nur eine Granate mehr für seine Unterdrückungsinstrumente geliefert werden!

Diesbezüglich ist gerade die Nato mit ihrer immer noch bestehenden Doktrin der „Vorneverteidigung“ kein zukunftsweisender Vertrauensfaktor. Auch sie muß – zugunsten einer „unparteiischen“ UNO-Wehr – ausgemustert beziehungsweise abgewickelt werden. Michael Thiele, Göttingen

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