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Kein Wasser mehr in Athen

Athen (dpa/taz) – Das Thermometer zeigt Temperaturen, die in Deutschland ein Hitzefrei garantieren. 33 bis 36 Grad sind es in Athen Anfang Juni, im Juli und August wird es bis 40 Grad heiß. Die Menschen werden schwitzen und dursten, übler denn je, seit die Stadt Springbrunnen leer läßt, Schwimmbäder nicht mehr gefüllt werden dürfen, Berieselungsanlagen in den Parks abgeschaltet sind. Die Dürrekatastrophe, die bereits im vergangenen Jahr die Wasserpreise explodieren ließ, hält an. Im Winter hatte es nur ungewöhnlich wenig in den Gegenden geregnet, in denen die Speicherseen der Vier- Millionen-Stadt liegen. Ein Liter Wasser aus der Leitung kostet inzwischen mehr als ein Liter Tafelwasser aus dem Supermarkt. Viele Bürger und Besucher Athens haben sich schon an den Notstand gewöhnt, nicht so jedoch die Pflanzen. Von der Akropolis aus sieht Athen wie eine endlose Beton- und Steinwüste aus. Kaum eine europäische Stadt hat weniger Grünflächen als Athen. Diese bislang sorgsam gehüteten Parks und Rasenflächen bieten schon jetzt ein Bild des Grauens. Die große Wiese an der Konzerthalle ist braun, Sträucher und Bäume lassen ihr Laub fallen wie sonst im Spätherbst.

Die Swimmingpools der Diplomaten und Reeder in Halandri, Kifissia und Ekali sind zum idealen Brutplatz für Mücken geworden. Die Algen, die sich seit dem Winter in ihnen angesetzt haben, werden bald die einzigen Pflanzen sein, die im Hexenkessel Athen wenigstens in diesem Sommer noch eine Überlebenschance haben.

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