: Kein Satelliten-TV
■ Irans Parlament verbietet Empfang / Entfernung von Antennenschüsseln
Nikosia (AP) – Das iranische Parlament hat am Sonntag ein Verbot von Antennenanlagen für das Satellitenfernsehen beschlossen, womit der Empfang von ausländischen Fernsehprogrammen praktisch unmöglich wird. Das neue Gesetz verbietet den ungenehmigten Verkauf und Vertrieb sowie die Herstellung von Satellitenschüsseln. Mit der nach monatelanger Diskussion verabschiedeten Vorlage wird das Ministerium für Islamische Führung und Kultur ermächtigt, „die kulturellen Grenzen des Landes und seiner Familien gegen destruktive und unzüchtige Satellitenprogramme zu schützen“.
Die Vorlage geht jetzt an den aus Juristen und Religionsrechtlern bestehenden „Wächterrat“, der die Verfassungsmäßigkeit zu prüfen hat. Seine Zustimmung wird binnen zweier Wochen erwartet.
Nach dem Inkrafttreten haben die Eigentümer dreißig Tage Zeit, um Satellitenantennen von ihren Wohnungen und Häusern zu entfernen. Bei Fristüberschreitung können Geldstrafen bis zu 100 Millionen Rial (rund 90.000 Mark) geahndet werden.
In den großen Städten sind zahllose Satellitenschüsseln auf den Dächern montiert. Sie ermöglichen den Empfang von Sendungen, die es in den auf religiöse Unterweisung und Gebet ausgerichteten iranischen Rundfunk- und Fernsehprogrammen nicht gibt – leichte Spielfilme, Popmusik, ausländische Nachrichten, nicht zuletzt Nacktdarstellungen – und das in einem Land, in dem Frauen von Kopf bis Fuß verschleiert sein müssen.
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