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Kein Comeback

■ Möllemann will wieder Minister werden, doch FDP-Chef Kinkel sagt nein

Bonn (dpa/AP/taz) – Der Einkaufswagen wird sein Schicksal: Mit Jürgen W. Möllemann, dem früheren Wirtschaftsminister, ist kein Staat mehr zu machen. Da hatte sich der Mann, der 1993 über seinen vehementen Einsatz für den Einkaufsplastikchip stolperte, gerade gestern morgen im NDR öffentlich für einen Ministerposten beworben, da wurde er schon brutal von FDP-Chef Kinkel ausgebremst.

Im NDR hatte Möllemann getönt, daß sein Wunsch nach einem Ministeramt für Forschung und Bildung insbesondere „von der jungen Generation in der FDP unterstützt“ werde. „Ich würde nicht nein sagen, so ist die Lage.“

Doch schon kurze Zeit später verlautete aus Kinkel-Kreisen, daß sich Möllemann keinesfalls Hoffnung auf eine Rückkehr nach Bonn machen könne. Ein Ministeramt sei schon deshalb nicht drin, weil in Nordrhein-Westfalen eine schwierige Landtagswahl anstehe. Die müsse Möllemann für die FDP gewinnen.

„Im Interesse der Partei muß jetzt jeder an seinem Platz kämpfen“, hieß es von der Parteispitze in Bonn. Da nützte auch Möllemanns mehrfaches schleimiges Lob für Kinkel und Kohl nach der Wahl vom Sonntag nichts mehr: „Die Koalition mit der Union ist stabil“, hatte der Möchtegernminister und frühere Kinkel-Kritiker ganz brav geflötet.

Möllemann hatte der Regierung Kohl von 1982 bis 1993 angehört, bis er wegen einer Werbeempfehlung für die Firma eines Verwandten zurücktreten mußte. Diese Firma produzierte Pfandchips aus Plastik für Einkaufswagen.

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