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Kaufpreis erweist sich oft als zu hoch

■ Meisner verteidigt Betriebsübernahme durch Manager

Berlin. Die Übernahme kleiner und mittlerer Betriebe in Ostberlin durch Manager des Unternehmens oder firmenfremde Investoren ist nach Ansicht von Wirtschaftssenator Norbert Meisner (SPD) trotz etlicher Probleme weiterhin eine geeignete Privatisierungsform. „Das Konzept ist nicht gescheitert“, sagte Meisner gestern. Die Unternehmer, die ein Management-buy-out und Management- buy-in (MBO/MBI) anstreben, sollten jedoch mehr aus den bisherigen Erfahrungen lernen. Daß am Ende bis zu 80 Prozent dieser Privatisierungen scheitern werden, wie Unternehmensberater befürchten, hält Meisner für überzogen. Bis Januar 1993 meldete die Treuhand den Angaben zufolge 104 Firmen, die auf dem Wege des MBO/MBI privatisiert wurden. Zu diesem Zeitpunkt startete der Senat ein entsprechendes Förderprogramm aus Finanzierungs- und Managementhilfen für diese Firmen. Allerdings seien nur noch 88 Firmen „auffindbar“ gewesen, so Meisner. Für den Rest könne davon ausgegangen werden, daß sie nicht mehr existierten. 59 Betriebe hätten ein Interesse an dem Hilfsprogramm des Senats gezeigt.

Die meisten Probleme ergeben sich nach den Worten Meisners mit der Art der Privatisierung durch die Treuhand. So erscheine der Kaufpreis im nachhinein oft zu hoch, da übernommene Warenbestände oft nicht mehr marktfähig seien. Schwierig sei für die Firmen nicht selten auch die Einhaltung bestehender vertraglicher Zusagen. Ferner seien ungesicherte Mietverhältnisse problematisch.

Der Senat habe inzwischen auch Defizite seines Programms festgestellt, so Meisner. So sollen künftig Beschränkungen bei der Beratungsförderung aufgehoben werden, wie etwa für MBO-Betriebe in der Bauwirtschaft. Oft seien auch die Erwartungen an die Finanzdienstleistungen des Senats zu hoch. ADN

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