: Kasernen zu Sozialwohnungen
■ betr.: „Die Kriegsverbrecher-Ka serne“, taz vom 20.10.94
[...] Daß die Bundeswehr an den Namen faschistischer Offiziere für manche ihrer Kasernen festhält, freut sicher viele Neonazis (vielleicht fühlen sich viele von ihnen deshalb so wohl bei der Bundeswehr?), läßt aber auch tief blicken. Mein Rat: Bundeswehr abschaffen, Kasernen zu Sozialwohnungen umbauen, dann entfällt auch das Problem mit der Namensgebung. Paul Fröhlich, Bremen
Mit der öffentlichen Ehrung von Hitlers „Helden“ als Kasernenheilige verstößt Rühe gegen den hauseigenen Traditionserlaß. Als Gipfel des demokratiewidrigen Verhaltens empfinde ich das Credo seines Duzfreundes, des CSU-MdB Kurt Roßmanith: „Generaloberst Dietl war und ist für mich auch heute noch ein Vorbild in menschlichem und soldatischem Handeln.“
Der Fan des Uraltnazis, Kriegsverbrechers und Massenschlächters wurde bei Rühe Oberst d.Res.! Und der Hardthöhen- Staatssekretär bestritt in „Talk im Turm“ am 25.9.94 nicht etwa, daß unter seinen Kasernenheiligen Nazi-Kriegsverbrecher sind. Er behauptete „nur“ tatsachenwidrig, davon sei keiner verurteilt worden. Ich verwies ihn auf den Mittenwalder Heiligen General Kübler, der 1947 zum Tod durch den Strang verurteilt wurde. Das wußte er nicht?
Rühe, Roßmanith, Schönbohm – wächst da zusammen, was zusammengehört – um der deutschen Jugend klarzumachen, daß Naziverbrecher ihre erlauchten Vorbilder sind?
Alle anderen 191 Soldaten meiner Einheit haben durch diese geistig und ethisch pervertierten Bluthunde ihr junges Leben verloren. Wenn ich es als Wahnsinn und Kulturschande empfinde, sie heute zu ehren, liege ich da etwa falsch? Und „Kamerad“ Roßmanith richtig? Günter Ettling, Obergünzburg
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