■ Kampf der Körperabwehr: Pollen, Putzen, Polizei - Worauf reagieren Sie allergisch?
KAMPF DERK Ö R P E R A B W E H R Pollen, Putzen, Polizei —
Worauf reagieren Sie allergisch?
Robert Michel, 57 arbeitslos
Ich reagiere allergisch auf jede Art von Fanatismus. Provinzielle Beschränktheit sozusagen. Die begegnet mir jeden Tag, live und am Bildschirm. Man entgeht den Auswüchsen von Engstirnigkeit kaum. Gerade wo man hier im Osten die Gelegenheit hätte, sich die Welt anzuschauen, sich selbst in Frage zu stellen, oder sich zumindest darauf einzustellen, daß es andere Lebensweisen gibt, blüht diese Kleingeisterei und Weltunkenntis. Die Leute sind von sich selbst besoffen — das bringt meine Körperabwehr auf »180«.
Ich hatte mal eine Hautallergie, die kam entweder vom Malen oder von der Umwelt — keine Ahnung. Ansonsten reagiere ich unglaublich allergisch auf Kommunisten, weil ich die nicht mag. Genauso auf den Staat. Weil es mir nicht gefällt, wie in Deutschland Politik gemacht wird. Ausländer zum Beispiel. Ich habe persönlich nichts gegen die, die können nichts dafür. Der Staat ist schuld. Das muß geändert werden. Wir werden ja sehen, was bei den Bezirkswahlen am 24. Mai herauskommt.
Ich habe eine Nickelallergie. Die bekomme ich von unechtem Modeschmuck und Uhren. Warum mein Körper auf das Metall überempfindlich reagiert, weiß ich auch nicht. Erst seit zwei, drei Jahren habe ich die Allergie sehr stark. Früher hatte ich mit so etwas überhaupt keine Probleme gehabt. Jetzt bekomme ich Pickel, die Haut wird rot und juckt — fast wie wenn ich gegen die Blätter von Brennesseln gekommen wäre. Daß die Zahl der Allergien zunimmt, liegt sicher an der hohen Umweltbelastung.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen