KOMMENTAR: Kompromiß
■ Bildungs-Entscheidung für unterschiedliche Interessen
Was hat vor acht Wochen dagegen gesprochen, das bilinguale Gymnasium im Schwachhauser Einzugsbereich und in Bahnhofsnähe zu planen? Die institutionellen Ebenen, auf denen die letzte Runde um die Bremer Schulpolitik ausgetragen wurden, verraten ihren Sinn. Die Initiative für eine Gesamtschule Mitte hatte sich gegen die Pläne der Bildungsbehörde außerparlamentarisch und über SPD –Ortsvereine durchgesetzt. Das bildungsbürgerliche Drittel der bremischen Gesellschaft war an dem Streit auf den SPD –Partei-Ebenen nicht beteiligt und ging schließlich als Verlierer aus den ersten Runden hervor.
Das hat, außerparlamentarisch, die Kippenberg-Schüler mobilisiert, und wenigstens Schlagzeilen gemacht. Der Präses der Handelskammer hat den Bürgermeister daran erinnert, daß es keinen Sinn macht, frontal gegen ein Drittel der bremischen Gesellschaft zu regieren. Da hatte kein SPD –Parteitag mehr mitzureden, die Kommunikation verlief über den Bildungssenator hinweg direkt zwischen Rathaus und Schütting. Nur so konnte ein Kompromiß gefunden werden, der nicht die Interessen eines Teiles der bremischen Gesellschaft unnötig negiert. Das Ringen hat sich also gelohnt.
Klaus Wolschner
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