KOMMENTAR: Grünes Geschwätz
■ Grüne haben zur Verkehrsberuhigung nichts zu sagen
„Es genügt nicht, nur keine Gedanken zu haben, man muß auch unfähig sein, sie auszudrücken.“ Wenn ein Blick auf die Tagesordnung des Stadtteilbeirats Mitte nicht unzweifelhaft das ÖPNV-Konzept des Senats als Anlaß der Zusammenkunft ausgewiesen hätte, man hätte die Versammlung auch als lebende Illustration einer Wolfgang-Neuss-Weisheit über deutsche Lust am Kirchturmpolitisieren mißverstehen können. Was die ViertelpolitikerInnen da an Vorgarten-Patriotismus boten, fällt nicht nur hinter die Senats-Vorschläge für einen Kompromiß zwischen den höchst widersprüchlichen Viertel-Interessen zurück. Es bestätigt obendrein auch die Befürchtungen all derer, die „Basisdemokratie“ von jeher nur für eine modisch autorisierte Variante der Stammtischpolitik hielten. Wem – wie den Grünen – zu „ÖPNV“ heute immer noch nicht mehr einfält als das „Autos raus“-Credo der Parteigründer, sorgt im konkreten Fall nur noch dafür, daß alles bleibt wie es ist.
Klaus Schloesser
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