KOMMENTAR: Mannomann, Herr Richter
■ Trennung von Mann & Schwein durchs Fingerspitzengefühl
Es gibt Leute, für die besteht die knappe Hälfte der Menschheit aus „Schweinen“. Eine zumindest leicht vergröberte Sichtweise. Worauf ich als Mannschwein zu bestehen wage. Manche Männer haben allerdings einiges Talent, dem Fortbestand ihres Schweine-Bildes im Spiegel des Feminismus einigen Vorschub zu leisten. Eine Frau erst wegen des Verdachts der Sachbeschädigung öffentlicher Geh-Wege auf die Anklagebank zu setzen, weil ein Mann sie auf demselben zufällig in gebückter Haltung beobachtet hat, dann in mannhaft-richterlichem Alleingang das eigene virile Rechts –Tun dem Blick eines weiblichen Publikum zu entziehen und schließlich ein Dutzend schwarzlederner Herr-schaften samt Schlagstock zum Schutz der Saal-Luft vor weiblicher Öffentlickeit herbeizukommandieren – das ist wohl alles rechtens und gesetzlich. Nur: Daß es bei diesem Recht und Gesetz ziemlich sehr patriarchal zugeht – an dieser feministischen Gewißheit werden solche Gerichte kaum Zweifel nähren.
Klaus Schloesser
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