KOMMENTAR: Leichtfertige Bummelanten
Behörden produzieren Asbest-Panik ■ „Ich muß sterben, ich muß sterben!“ Das ist Kinder
angst vor Asbest in der Schule. Aber auch die LehrerInnen machen sich inzwischen Sorgen wegen der gesundheitlichen Belastung. Daß Asbest zu schweren Gesundheitsschäden führt, ist nicht erst seit gestern bekannt. Ein umfassendes Asbestkataster ist seit geraumer Zeit in Vorbereitung. Dafür müssen erstmal die Mitarbeiter geschult werden. Das sollte durch den TÜV Norddeutschland passieren. Die beantragten 270.000 Mark dafür lehnte der Haushaltsausschuß in der letzten Woche ab. Der Leiter der AG toxische Baustoffe klagt über Überlastung, die Baubehörde findet Bauunterlagen nicht, die Betroffenen werden unvollständig informiert, Terminabsprachen nicht eingehalten. Angst, Besorgnis und Mißtrauen breiten sich aus.
Die Betroffenen glauben nicht mehr an die Termin –Versprechungen der Bildungsbehörde und der Baubehörde. Sie fühlen sich nicht mehr ernstgenommen. Mußte es wirklich so weit kommen? Schließlich geht es um Asbest-Staub in Kinder –Lungen. Warum gibt es kein behördliches Handeln ohne Bürgerprotest? Jede weitere Verzögerung löst Panik aus verständlicherweise.
Beate Ramm
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