piwik no script img

Jusos warnen die SPD

■ BAFöG-Streit geht weiter / SPD erwägt Zustimmung im Bundesrat

Bonn (dpa) – Der BAFöG- Streit geht weiter. Nach dem Verwerfen des Vermittlungsvorschlages durch CDU/CSU und FDP im Bundestag schwankt die SPD im Vorfeld der anstehenden Bundesratsentscheidung zwischen Ablehnung und Zustimmung zu der alten Koalitionsvorlage. So gibt es entgegen früheren Bekundungen in SPD-geführten Bundesländern nun doch Überlegungen, der umstrittenen 17. BAFöG-Novelle in der Länderkammer unverändert zuzustimmen.

Einen entsprechenden Beschluß faßten die Amtschefs der Wissenschaftsministerien der SPD-geführten Bundesländer in der vergangenen Woche in Kiel. Die SPD würde damit den von der Regierungskoalition verlangten umstrittenen zusätzlichen Leistungsnachweis nach dem zweiten Semester akzeptieren, ebenso die „Nullrunde“ bei den Förderbeträgen. Allerdings würde dann zumindest die zweiprozentige Erhöhung der Elternfreibeträge wirksam werden, an denen sich die jeweilige Förderung orientiert. Eine weiterzielende BAFöG-Novelle könnte nach den Wahlen erfolgen. Die Juso-Hochschulgruppen haben gegen den Beschluß scharf protestiert und ihre Partei vor einem „Umfallen“ gewarnt.

Die nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerin Anke Brunn (SPD) sagte dazu auf Anfrage, die Amtschefkonferenz sei zwar ein wichtiges Gremium, doch fielen solche Entscheidungen in den Kabinetten. Zur Zeit werde geprüft, wie verfahrenstechnisch am besten vorzugehen sei.

Beide Ministerinnen lehnten erneut den von der Koalition geforderten Leistungsnachweis entschieden ab. Die Bundesregierung versuche damit, Studienstrukturpolitik zu Lasten der Kinder aus einkommensschwächeren Elternhäusern zu machen. Erste positive Ansätze der Studienreform würden damit unnötig belastet. Nunmehr muß am 23. September der Bundesrat entscheiden, ob er das alte Regierungsgesetz unverändert annehmen will.

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen