: Jüdisches Gymnasium
■ Unterricht beginnt diese Woche
Erstmals seit dem Ende der Nazizeit wird es mit Beginn des neuen Schuljahres wieder ein jüdisches Gymnasium in Deutschland geben. In der alten Jüdischen Knabenschule im Bezirk Mitte beginnt am Freitag der Unterricht für die erste 7. Gymnasialklasse mit 17 Schülern. Wie der Gründungsdirektor der Schule, Uwe Mull, gestern sagte, sind zwei Drittel der Schüler jüdisch, ein Drittel gehört anderen Konfessionen an. Die Kinder lernen gemeinsam Hebräisch und haben auch einen einheitlichen Religionsunterricht mit Bibelkunde. Ansonsten folgt die Privatschule dem Rahmenplan für die Berliner Schulen. Mit sieben Schülern beginnt am Freitag auch eine Realschulklasse.
Die alte Jüdische Knabenschule in der Großen Hamburger Straße war 1942 von den Nazis geschlossen und als Sammellager zum Abtransport in die Konzentrationslager mißbraucht worden. Bereits in den Jahren zuvor hatte nach Angaben Mulls nach der Schließung der anderen Schulen nur noch ein Notunterricht mit bis zu 1.000 Schülern stattgefunden. Die Schule war 1904 an dem traditionellen Schulplatz gebaut worden. AFP
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