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Juden sehen sich von Muslimen bedroht

■ Londoner Institut legt Jahresbericht zu Antisemitismus vor

London (rtr) – Von islamischen Extremisten geht nach Meinung des Londoner Instituts für Jüdische Angelegenheiten eine immer stärkere Bedrohung des Judentums und Israels aus. Im gestern veröffentlichten Jahresbericht zum Thema Antisemitismus heißt es, islamischer Extremismus sei derzeit bedrohender als über Videospiel und Computernetze verbreiteter „elektronischer Faschismus“. Die Einstellung der arabischen Staaten zu den Juden und Israel habe sich verbessert, heißt es in dem Bericht. Doch in religiös wie in weltlich ausgerichteten Organisationen wachse der Widerstand gegen eine Versöhnung.

Der folgenschwerste antisemitische Anschlag war 1994 die Bombenexplosion im Jüdischen Zentrum in Buenos Aires. 96 Menschen starben. Das Institut erklärt dazu, wer den Anschlag verübt habe, sei nach wie vor unklar. Doch herrsche die Meinung vor, daß der Anschlag mit dem Friedensprozeß im Nahen Osten in Verbindung stehe und von radikalen Muslimen verübt worden sei.

Die Autoren listen eine Reihe anderer Entwicklungen auf, die sie als beunruhigend empfinden. Dazu gehört die vorübergehende Mitgliedschaft der extremen Rechten in der italienischen Regierung 1994 und die Teilnahme antisemitischer Parteien an Regierungskoalitionen in Rumänien und der Slowakei. Als positiv hebt das Institut den weltweiten Erfolg des Kinofilms „Schindlers Liste“ hervor.

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