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Jörg Sundermeier sichtet die sozialen Bewegungen der Stadt

Am Freitag gibt es einiges zu besuchen, das vielleicht Wichtigste aber beginnt schon am Frühabend. Im KuBiZ (Bernkasteler Straße 78, 17 Uhr) werden an drei Tagen die Offenen Linken Vernetzungstage abgehalten.Denn: „Es bleibt uns schon mal der morgendliche Schluck Kaffee im Halse stecken, wenn wir durch die neuesten Nachrichten scrollen. Manche Schlagzeilen lösen einen tiefen Seufzer aus oder lassen ein wütendes Grollen zurück. Aber gleichzeitig ist da immer wieder dieser Gedanke, dass es nicht so sein muss.“ Aus dieser Erkenntnis heraus meinen die Veranstalter*innen, dass es sich lohnen könnte, lernte man einander kennen – so wird in Workshops und Plena diskutiert, anschließend in der Kneipe geklönt. Wie es sich für linke Treffen gehört.

Am Abend dann wird in der Bibliothek der Freien (Greifswalder Straße 4, 19 Uhr) über Kropotkin und die imperiale Lebensweise diskutiert. Doch nicht, dass man auf die falsche Fährte gerät – es geht um Kropotkins Vision eines ökologischen Anarchismus, die er bereits im vorletzten Jahrhundert entwickelte. Das wird im Buch „Imperiale Lebensweise“ von Ulrich Brand und Markus Wissen über aktuelle Ausbeutungsmechanismen thematisiert. Nach einem Vortrag der beiden Autoren soll über Postwachstum oder Selbstorganisation debattiert werden.

Zeitgleich beginnt in der Baiz (Schönhauser Allee 26 a, 19 Uhr) das Literaturfestival Prenzlauer Berg, diesmal werden Lutz Heyler, Bert Papenfuß und nicht zuletzt Ann Cotten unter dem Titel „One Colour Bullock Korswandt-Punk“ Texte vorstellen und dem geneigten Publikum zur Diskussion stellen.

Der Montag sieht uns in der NGBK (Oranienstraße 25, 20 Uhr). Dort wird der Schriftsteller Achim Szepanski mit der Autorin und Aktivistin Anna Newspeak über „neue und ganz andere Visionen der radikalen Linken“ sprechen, wie die Veranstalter*innen verkünden: „Während der bedingungslose Grundbesitz eines der Herzstücke der sogenannten FORS-Simulation, einer Art Projekt zur feindlichen Übernahme der bestehenden Welt in ein paralleles Disversum (lies: ein negatives ‚Multiversum’), skizziert, ploppt der Derivatekommunismus aus dem Vorhaben heraus, endlich eine umfassende Analyse des zeitgenössischen Kapitalismus aus einer veränderten marxistischen Tradition (‚Nonmarxismus’) heraus abzuliefern, die die ‚Finanzsphäre’ nicht als parasitären, abtrennbaren und zu vernachlässigenden Zusatz, sondern als Nervensystem weltwirtschaftlicher Bewegungen anerkennt.“ Dass es zur Diskussion kommen wird, ist also unvermeidlich.

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