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■ Hassemer legt ein Öko-EiJetzt auch brüten

Wenn endlich am Flughafen Tempelhof die letzten Turbo-Prop gestartet sind und die Counter für immer ihre Rolläden heruntergelassen haben, soll das Flugfeld ein Beispiel stadtverträglicher Bebauung werden. Die ringförmige Anordnung von Wohnen und Arbeiten mit einer im Zentrum liegenden grünen Lunge gleicht einem ökologischen Riesen-Ei – gelegt von einem CDU-Umweltsenator. Ob Hassemer aber auch zum Brüten kommt, ist eine andere Frage. Denn SPD-Wirtschaftssenator Meisner und CDU-Finanzsenator Pieroth wollen den Berliner Anteil von 45 Prozent an der 400 Hektar großen Fläche weiterhin verkaufen. Der erwartete Erlös von einer Milliarde Mark soll entweder in den Großflughafen investiert werden oder der Entschuldung der durch mißlungene Grundstücksspekulation ruinierten Berlin-Brandenburger Flughafen Holding dienen.

Doch Meisner und Pieroth haben die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Bei der gestern vorgestellten Planung würden nämlich die Grundstücke des Bundes praktisch wertlos werden, weil hier überwiegend Grün- und Freiflächen vorgesehen sind. Dieser Planung werde die Bundesregierung wohl nur zustimmen, so wurde gestern hinter den Kulissen gemunkelt, wenn der Wertverlust ausgeglichen würde. Deshalb müßte Berlin einen Teil seiner lukrativen Immobilien an den Bund als Entschädigung übereignen. Pieroths und Meisners Traum auf die Tempelhof-Milliarde ist gestern geplatzt. Mit dem begrüßenswerten Senatsbeschluß einer stadtverträglichen Planung mit großzügen Grünflächen sind nämlich nur noch ein paar Milliönchen zu holen. Jetzt kommt es deshalb darauf an, daß Hassemer das Öko-Ei auch ausbrütet, daß er gelegt hat. Dirk Wildt

Siehe Bericht auf seite 19

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