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Jahresrückblick von Harff-Peter Schönherr

Benjamin Burgunders Bühnenbild zu Philipp Löhles „Die Mitwisser“ am Osnabrücker Emma-Theater. Ein leerer, schwarzer Raum. Umlaufend, auf Kniehöhe, ein schmales Sims, das das Ensemble, sehr akrobatisch, lange nicht verlässt. An den Wänden, scheinbar frei von Schwerkraft, Requisiten, die sich abnehmen und umgruppieren lassen. Sehr symbolistisch.

Paolo Cognettis erschreckend blasses Himalaya-Reisebändchen „Gehen, ohne je den Gipfel zu besteigen“. Ein paar Dutzend winziger Seitchen, spärlich bedruckt. Viele Klischees, manch Kitsch, dazu seltsam naive Zeichnungen. Spätestens nach eineinhalb Stunden ist das Ende erreicht – gottlob. Was das Lesebändchen soll, weiß kein Mensch.

Die forsche Behauptung von Anna Jehle und Juliane Schickedanz, den neuen Leiterinnen der Kunsthalle Osnabrück, ein Einzelkurator sei ein „veraltetes Konzept“. Gut, sie glauben an „geteilte Autorinnenschaft“, deshalb sind sie ja auch zu zweit. Aber ist das per se moderner, besser? Vielleicht stellt ihre Arbeit es ja unter Beweis. Sie beginnt ab Januar.

Harff-Peter Schönherr, Journalist aus Osnabrück; nebenbei unterrichtet er Bushcraft, unter anderem für den Natur- und Unesco-Geopark Terra.vita.

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