piwik no script img

Ist die Badehose dabei?

Nosferatu-Spinne sommerfrischt an der Ostsee

Der Ruf war fünf Zentimeter lang, hatte acht Beine und war leider auch ein bisschen eklig gelb-bräunlich gefärbt. Und er war laut, gellend laut. „Endlich, endlich eine Zoropsis-spinimana-Meldung, endlich was Neues zur berüchtigten Nosferatu-Spinne!“, schallte und hallte es am wärmeren als gedacht Donnerstag durch die aufgeheizten Stuben und Hallen des Wahrheit-Kontors zu Berlin. Hatte uns doch der verdienstvolle Nabu, der Naturschutzbund Deutschland, via der Agentur epd mitgeteilt, dass die Nosferatu-Spinne, eine zu den Echten Webspinnen zählende Art aus der Familie der Kräuseljagd­spinnen, „jetzt auch auf Rügen und Usedom lebt“ – und Lübeck und Schleswig-Holstein „erobert hat“. Das rauere Klima scheint das ursprünglich rund ums Mittelmeer seine Netze ziehende Mini-Fellwesen „nicht zu stören“. In der kalten Jahreszeit ziehe sie sich in geheizte Häuser und Wohnungen zurück, „wo es für sie angenehmer ist“. Klimawandel, gar Klima­krise? Davon will die Nosferatu-Spinne, deren Biss vergleichbar mit einem Mücken- oder Wespenstich ist, nix wissen. Da tickt sie so, wie die Mehrheit der Menschen auf der Welt: Augen zu Richtung Apokalypse.

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen