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berliner szenenIst dasnicht JensSpahn?

Um 13 Uhr bin ich mit meiner Freundin Anna verabredet. Sie möchte einen laaangen Spaziergang machen, also muss ich unbedingt noch vorher was essen, sonst kriege ich schlechte Laune. Ich entscheide mich für Trafooo19 in der Fuldastraße und für eine Kumpir mit Edamer und viel Oliven, dazu ein Mineralwasser. Die Ofenkartoffel ist fix fertig, fast zu schnell, um mich in dem kleinen, süßen Laden richtig umsehen zu können. Überall hängen goldene Bilderrahmen im Barockstil, alte Bahnhofslampen mit meterlangen Kabeln und die Tischchen sind übersät mit Hunderten bunten Mosaiksteinchen. Hier ist alles einfach und einfach verspielt, und hier ist einfach Jens Spahn! Plötzlich ist er vor dem Bestelltresen aufgetaucht, er trägt einen dunkelblauen Anzug, dunkelbraune Schuhe und wählt fröhlich seine Toppings aus. Jens Spahn entscheidet sich für die Variante mit gegrillter Aubergine, Mais, Kichererbsen, Rotkohlsalat, Sauergurken und Quark. Ich bin überrascht. Jens Spahn hätte ich ins Borchardt oder in die Paris Bar verordnet, aber nicht ins Trafooo19 in Neukölln. Ich spiele mit dem Gedanken, ihm kurz Hallo zu sagen. So vielen Promis bin ich in Berlin nicht begegnet. Klaas habe ich mal gesehen, und Peer Kusmagk auf einem Boot. Die habe ich aber auch nicht angesprochen. Gerade als er Platz nimmt und sich über seine Kartoffel hermacht, springe ich auf und gehe los zu meiner Verabredung. Wenige Minuten später steige ich zu Anna in die volle U7 und will sie herzlich begrüßen. Sie ist hochschwanger und ich habe sie seither nicht mehr gesehen. Anna nimmt keine Notiz von mir, sie schaut an mir vorbei. Ich drehe mich um und blicke dorthin, wo ihr Finger hinzeigt, auf einen Mann mit grauer Anzugshose, weißem Businesshemd und schwarzer Krawatte. „Ist das nicht Jens Spahn?“ Lars Widmann

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