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■ MediaBazaarIrene Koss ist tot

Körbeweise erhielt sie Verehrerbriefe – darunter auch zahlreiche Heiratsangebote vor allem älterer Herren, die eine liebe Frau und Mutter für ihre Kinder suchten. Als sie es eimal wagte, ihre Frisur zu ändern, ging gar ein Sturm der Entrüstung durch den Blätterwald. An Irene Koss, Deutschlands erster Fernsehansagerin, exemplifizierte sich in den frühen 50er Jahren erstmals das persönliche Verhältnis, das die Zuschauer dem neuen Medium Fernsehen gegenüber entwickelt hatten.

Gegen den Willen der Eltern nahm Irene Koss noch während der Schulzeit Schauspielunterricht und gab an der Seite von Hardy Krüger in Hannover ihr Debüt in Kleists „Zerbrochenem Krug“. Abrupt unterbrochen wurde ihre Bühnenkarriere durch das Fernsehen, das ein Schauspielensemble für Fernsehspiele aufbauen wollte. Mangels Geld wurde dieses Vorhaben aber bald wieder eingestellt. Was blieb, war die Ansage des damals dreimal pro Woche für einige Stunden ausgestrahlten Fernsehprogramms. Unter 60 Mitbewerberinnen wurde die 23jährige Koss für den Traumberuf ausgewählt. Später übernahm sie die Moderation der Auftaktsendung für die Fernsehlotterie „Ein Platz an der Sonne“. Dort lernte sie ihren späteren Mann Sammy Drechsel kennen, der neben seiner TV-Tätigkeit als Reporter und Moderator auch die „Münchner Lach- und Schießgesellschaft“ leitete.

Dem Schwabinger Kabarett blieb Irene Drechsel-Koss, die nach ihrer Heirat dem Fernsehen ade sagte, auch nach dem frühen Tod ihres Mannes 1986 weiter eng verbunden. Wie die Theaterleitung am Feitag bekanntgab, starb Irene Drechsel-Koss am Mittwoch nach langer schwerer Krankheit 67jährig in München.

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