: Iren Sheer statt Kohl
■ Radio Bremen verzichtet auf Wahlspots
Zum zweiten Mal in seiner Geschichte macht Radio Bremen von seinem Recht Gebrauch, keine parteilichen Wahlwerbespots über die Kanäle zu schicken. Nach Angaben von RB-Pressesprecher Michael Glöckner wird der Sender die dafür zur Verfügung stehende Zeit im Bundestagswahlkampf wieder mit Eigenproduktionen füllen, die die ZuschauerInnen lediglich zur Teilnahme an der Wahl aufrufen sollen.
Diese Problematik ist in Bremen noch von der jüngsten Europawahl bekannt, wo unter anderen die Sängerin Iren Sheer oder DIHT-Präsident Stihl die WählerInnen zum Urnengang aufforderten. Einzig Bremen und der Sender Freies Berlin verfügen in ihren Rundfunkgesetzen über eine Klausel, die ihnen diese Handhabung ermöglicht. In Berlin entschied sich der Rundfunkrat nach heftigen Kontroversen jedoch unter Berufung auf den „Auftrag der öffentlich-rechtlichen Anstalten“, so SFB Pressesprecher Thomas Strätling, für die Ausstrahlung.
Anders Radio Bremen. Der Sender weigert sich, „Spots zu senden, die wir unterm Strich nicht vertreten können.“ Denn auswählen kann auch RB nicht: Entschiede sich der Sender für die Sendung parteilicher Wahlwerbespots, müßte gleich die ganze Palette ausgestrahlt werden.
Stark kritisiert wird diese „Extratour Bremens“ (Thomas Diehl, CDU) von FDP, CDU und DVU. „Uns wird die Möglichkeit genommen, Positionen unverfälscht darzustellen“, monierte Diehl.
Begrüßt wird diese Entscheidung vor allem von den Grünen. „Die parteipolitische Staatsferne des Rundfunks liegt voll auf unserer Linie“, so Hermann Kuhn. Auch Karl-Hermann Niestädt von der SPD begrüßte die Regelung. Allerdings wünscht er sich, daß zur Bürgerschaftswahl dieses Thema erneut diskutiert wird.
HR
Stark kritisiert wird diese „Extratour Bremens“ (Thomas Diehl, CDU) von FDP, CDU und DVU. „Uns wird die Möglichkeit genommen, Positionen unverfälscht darzustellen“, monierte Diehl.
HR
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