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In bester Verfassung

■ 40 Jahre Grundgesetz basisdemokratisch gefeiert

Keine „Jubelfeier“ sollte es werden, darauf hatten die Organisatoren des Bremer Forums „Bürgerrechte und Demokratie“ Wert gelegt. Ihre Veranstaltung „40 Jahre Grundgesetz - Alles in bester Verfassung“ stieß am Montagabend auf breites Interesse links der Mitte. Rund 200 BremerInnen waren der Einladung ins Rathaus gefolgt, darunter auch Aktivisten der Marxistischen Gruppe und Autonome, die um Unterstützung des Hungerstreiks warben.

Der Höhepunkt des Abends kam am Schluß. Die Bremer KabarettistInnen von „Libretto Fatale“. malten die deutsche Nachkriegsgeschichte aus der Perspektive der „Delmenhorster Familie Koslowsky“. Die Koslowskys verdrängen, verschweigen („Ich bin'n Wrack! “), konsumieren, politisieren („Die Mauer muß weg!“), daß es eine wahre Freude ist. Generationskonflikte klaffen, „schuld sind die Russen und die Studenten“, man/frau kämpft für die Arbeiterklasse, freie Liebe,

New Age und Müslipower - quer durch Gesellschaft und Zeitgeist („Kreativität und Phantasie - nur was man sieht, zählt!“). Kein verbissenes Pointenschinden, keine solidarischen Lacher, quälend in den Raum gequetscht. Einfach lustig, oft zum Totlachen ist das Programm; Satire ohne Verbitterung, Parodie ohne Diffamierung.

Weit weniger lustvoll dagegen die offiziellen Reden. Prof. Jürgen Seifert lobte das Geburtstagskind Grundgesetz „trotz seiner vielen Verschlechterungen“, tadelte dagegen den Staat, der es entstellt und korrumpiert habe. Remilitarisierung, Notstandsgesetze, staatliche Bespitzelung und Bevormundung griff er an und trat für die Einführung von Volksentscheiden ein.Auch die BRD brauche „Glasnost und Perestroika“. Das Thema Haft und Menschenrechte sparte Seifert sich an diesem Abend - vielleicht war er dazu nicht in der richtigen Verfassung... g

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