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In Ruanda morden die Milizen weiter – die UN-Menschenrechtskommission berät

„Niemals seit Ende des Zweiten Weltkrieges waren so viele Tote – 200.000, 300.000 oder 500.000 – in einer so kurzen Zeit zu beklagen.“ Der UNO-Menschenrechtskommissar Jose Ayala Lasso nahm gestern kein Blatt vor den Mund, als er in Genf eine zweitägige Sondersitzung der UN-Menschenrechtskommission zum Völkermord in Ruanda eröffnete. Einhellig gewünschtes Ergebnis der Sitzung wird die Entsendung neuer UNO-Sonderberichterstatter nach Ruanda sein, um Informationen zu sammeln.

Viele Redner verlangten gestern aber auch Handeln: „Das Sammeln von Informationen kann nur ein erster Schritt sein“, sagte die US-Vertreterin Geraldine Ferraro. Anklagen gegen Verantwortliche müßten folgen – „dadurch können wir Rache in Gerechtigkeit verwandeln“.

Diese Forderung, der sich für die Bundesregierung Gerhart Baum anschloß, erhebt auch die Menschenrechtsorganisation amnesty international. In einem Bericht macht sie Ruandas Regierung, die ab 1990 zur Tötung von Tutsi aufgerufen und zu diesem Zweck Milizen gebildet habe, für den Großteil der Massaker verantwortlich.

Bereits im April 1993 habe ein Experte der UNO Massaker, „in die Regierungsbeamte verwickelt waren“, untersucht und Vorschläge zur Konflikteindämmung gemacht. Weder damals noch nach der Ermordung Zehntausender in Burundi im Herbst 1993 habe aber die UNO gehandelt.

„Die UN-Mitgliedstaaten“, so amnesty international, „haben versagt“. Reportage aus Ruanda Seite 11

Foto: Corinne Dufka/Reuter

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