piwik no script img

Im Schatten sonnen

Darth Vader protestiert gegen Markus Söder

In der mächtigen Bad Guys Guild (BGG) muss jeder Mitglied sein, der es auf der dunklen Seite Hollywoods zu etwas bringen will. Zur Gewerkschaft der Film- und Fernsehbösewichte gehören von Hannibal Lecter bis Lord Voldemort sämtliche Antihelden der Filmindustrie. Präsident der BGG ist derzeit Darth Vader, der am Montag seinen Unmut ausgerechnet über einen deutschen Politiker kundtat: Markus Söder. Der bayerische Ministerpräsident ist nach eigenem Bekunden ein großer Freund der Sternensaga „Star Wars“. Schwer atmend äußerte der dunkle Lord in seiner schwarzen Uniform mit Helm seinen Ärger über Söder: „Es reicht! Oft werden wir Bösewichte mit Hitler oder Stalin verglichen, aber der unsinnigen Vergleiche Tiefpunkt ist es sicher, mit einem mittelmäßigen bayerischen Selbstdarsteller gleichgesetzt zu werden, der sich in unserem Schatten sonnen will.“ Was war geschehen? Beim Einzug Söders in ein Festzelt im niederbayerischen Abensberg spielten willfährige Hilfskräfte als Erkennungsmelodie das „Vader“-Thema aus „Star Wars“. Söder erklärte daraufhin, diese Musik gehöre zur dunklen Seite der Macht, „wir sind aber die gute Seite der Macht“. Mit Söder auf eine Stufe gestellt werden? Dümmer geht’s nimmer. Wo Darth Vader recht hat, hat er recht.

Gemeinsam für freie Presse

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen