piwik no script img

Im Prinzip für Pluralismus

Zum Rechtsextremisten-Treffen im ICC  ■ K O M M E N T A R

In der Geschichte der Bundesrepublik hat die Linke vielfach das Recht auf Versammlungsfreiheit eingeklagt und leidvolle Erfahrungen gesammelt; egal ob es sich um Demonstrationsverbote oder die Verweigerung von Versammlungsräumen ging. Kann die eigene Schlechtbehandlung nun eine Gleichbehandlung für den politischen Gegner rechtfertigen? Wohl kaum - solange es sich um einen solchen Gegner handelt. Die rechtsradikale DVU oder die fachistische Mun-Sekte aber können nicht Teil einer demokratischen Gesellschaft sein. Auch wenn es immer wieder auch die Linke treffen kann, muß man die Vermietung von staatlich hochsubventionierten Räumen wie dem ICC an rechtsradikale Gruppen einen Skandal nennen. Die Geschichte Berlins als Zentrum der Mord-Maschinerie der Nazis verbietet solche Steuergeschenke. Nicht ohne Grund darf nach alliierter Anweisung die NPD hier nicht auftreten.

Das Abgeordnetenhaus hat in einem seltenen Fall eines einstimmigen, also fraktionsübergreifenden Beschlusses gegen die Mun-Sekte und die Volksunion Front gemacht. Der Senat aber mißachtet vorsätzlich diesen Beschluß vom vergangenen Jahr, mag er argumentieren, wie er will. Entscheidend ist der politische Wille, der auch einen Weg finden läßt. Anderenfalls kann ein solches Senatsverhalten nur als Unterstützung der Rechtsradikalen ausgelegt werden.

Gerd Nowakowski

Nur noch 460 – dann sind wir 50.000

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 460 Freiwillge, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen