piwik no script img

Illegal auf dem Bau

■ Jeder zehnte Bauarbeiter in Berlin arbeitet inzwischen schwarz

Auf den Berliner Baustellen arbeitet schätzungsweise jeder zehnte Arbeitnehmer schwarz. Diese Zahl nannte der Vorsteher des Hauptzollamtes Berlin-Kurfürst, Jürgen Lamer. „Während 1993 nach 7.000 Überprüfungen auf Baustellen 221 strafrechtliche Verfahren eingeleitet wurden, waren es in diesem Jahr bei 7.063 Überprüfungen 602 Verfahren“, sagte er am Wochenende.

Unterdessen hat der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bau-Steine-Erden, Bruno Köbele, der Baubranche angesichts von 500.000 Schwarzarbeitern auf deutschen Baustellen „mafiose Unterwanderung“ vorgeworfen. In einem Gespräch mit der Berliner Morgenpost forderte Köbele am vergangenen Wochenende die Bundesregierung auf, endlich gegen die sich ausbreitende illegale Beschäftigung auf Baustellen und an anderen Arbeitsplätzen vorzugehen.

Fälle von Menschenhandel im Zusammenhang mit Schwarzarbeit am Bau müßten nicht mehr nur als Ordnungswidrigkeit geahndet werden, sondern mit mehreren Jahren Gefängnis bestraft werden, verlangte Köbele. Vorsichtigen Schätzungen zufolge werde die Sozialversicherung durch die Schwarzarbeit jährlich um 20 Milliarden Mark betrogen. dpa

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen