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Ihr Kinderlein, kommet

■ Emsländer Baby konkurriert mit Sechs-Milliarden-Baby

Berlin (taz) – Die Mutter ist 29 Jahre alt, wohnt in Sarajevo, die Geburt dauerte sieben Stunden, und der Junge wiegt 3.500 Gramm. So weit eine ganz normale Geburt. Leider wird der noch Namenlose zeit seines Lebens unter einem Stigma leben: Er wurde von Kofi Annan, dem Generalsekretär der UNO, zum sechsmilliardensten Erdenbürger erkoren, weil er das erste Neugeborene dieses Tages in Sarajevo war. Der Kleine hat einige Hundert Kollegen – und vor allem Kolleginnen – weltweit. Sein direkter Konkurrent ist überraschenderweise aber auch ein Junge. Im emsländischen Renkenberge (Niedersachsen) erblickte Tom Sandmann als 300.000. Einwohner des Kreises das Licht der Welt – ein konkurrierendes Rekordbaby, findet Kreissprecher Günter Wigbers.

Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) ist es egal, welches Baby was ist, sondern findet, es sind auf jeden Fall zu viele. Sie forderte gestern im Deutschlandradio Berlin trotz des positiven Trends auch in Zukunft ein „Abflachen des Bevölkerungswachstums“. mra

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