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„Ich kann keine Titten mehr sehen“

■ Warum und wie die taz heute fremd geht

LiebeR LeserIn, falls Sie sich wundern: Das hier ist die heutige Ausgabe der tageszeitung. Seit Wochen wurde die boulevardeske „Titten-taz“ im ganzen taz-Haus diskutiert. Gestern musste sie umgesetzt werden. Statt 300 kamen nur 241 neue Abos. Die Aboaktion dieses Herbstes funktioniert ja so, dass wir für einen Tag und symbolisch das Gegenteil dessen machen, wofür wir stehen. Um dadurch die Qualitäten der taz klar zu machen.

Natürlich bleiben Fragen: Schützt der Hinweis auf ironische Überhöhung vor dem Vorwurf, bloß plump und sexistisch zu sein?

Die Antwort ist: Ja. Und: Nein. Die Idee der „Titten-taz“ kam von zwei Frauen. Im quotierten Überschriften-Team dabei: Frauen-Redakteurin Heide Oestreich (31). „Das kann nicht jedeR lustig finden“, sagt die, „aber es wird die blütenweiße Seele der taz nicht dauerhaft beflecken“. Die Grafikerinnen, die an der Seite 1 arbeiteten, hatten jedenfalls Spaß. „Aber jetzt ist es auch gut“, sagt Iris Döring, „ich kann keine Titten mehr sehen.“ Sie auch nicht? Heute von 11-13 Uhr stehen wir unter (030) 25902-132/-137 Rede und Antwort.

Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen