■ INTERNATIONALES ROTES KREUZ ZUR SITUATION IN BOSNIEN: Was passiert in den serbischen Lagern?
Genf (taz) — Das Internationale Rote Kreuz (IKRK) wird nach wie vor daran gehindert, alle Internierungslager in Bosnien zu inspizieren. Trotz der gegenteiligen Ankündigung der serbischen Führung in Bosnien- Herzegowina wurde dem IKRK gestern der Zugang zu den serbisch kontrollierten Lagern in Broko und Omarska verwehrt. Zur Zeit verhandelt das IKRK vor Ort mit allen drei Kriegsparteien über die Durchsetzung ihres Inspektionsrechts. Trotz der Behinderungen hält das IKRK sich mit Bewertungen zu den Berichten über Folter und Massenexekutionen in den Lagern zurück. Auch die von der bosnischen Führung vorgelegte Liste mit 94 serbischen Lagern, in denen insgesamt knapp 100.000 Menschen gefangengehalten werden sollen, wurden in Genf nicht bestätigt. UN-Generalsekretär Butros Ghali forderte unterdessen den Weltsicherheitsrat auf, der weiteren Entsendung von 700 Blauhelmen zuzustimmen. Bill Clinton, demokratischer Präsidentschaftskandidat in den USA, hat George Bush aufgefordert, dem „Morden auf dem Balkan“ nicht länger zuzusehen und notfalls auch militärisch zu intervenieren statt einfach zuzuschauen. SEITE 2
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