: Humanistische Union sauer
■ „FAZ“ weigerte sich, über Appell gegen Lauschangriff zu berichten
Berlin (taz) – Auf die Frankfurter Allgemeine Zeitung ist die Humanistische Union (HU) zur Zeit nicht gut zu sprechen. Der Grund dafür ist die Weigerung der Zeitung, über einen Aufruf der HU zu berichten. Unter dem Titel „Wehret dem Lauschangriff gegen Wohnungen“ hatte sie im November einen Appell veröffentlicht, in dem 96 namhafte ProfessorInnen Bundesrat und Bundestag aufforderten, „nicht wegen eines vermeintlichen Sachzwanges grundlegende Prizipien unserer Verfassung preiszugeben“. Über den Aufruf wurde regional wie überregional berichtet. Nur die FAZ „schwieg die offenbar unerwünschte Professorenerklärung tot“, beanstandet die Bürgerrechtsorganisation.
So mußte die HU schließlich am 18.Dezember eine kostenpflichtige Anzeige schalten, in der auf die Erklärung der HochschullehrerInnen verwiesen wurde. Nicht immer sei die Zeitung in ihrer Berichterstattung so zurückhaltend gewesen, moniert die Humanistische Union.
Als sich etwa hundert Staatsrechtler Ende März 1990 für den Anschluß der DDR nach Artikel23 des Grundgesetzes aussprachen, hätte die FAZ ebenso berichtet wie auch über einen Aufruf führender Verfassungsrechtler, die sich gegen jede Form einer Fristenregelung beim Schwangerschaftsabbruch aussprachen. wg
Umverteilung gegen rechts
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