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das portraitHorst Opaschowski durchleuchtet die Gegenwart

Ob er „Star Trek“ schaut? Hmmm. Aber diesen Augustinus, den hat Horst W. Opaschowski sicher mal gelesen, in der, tja, Vergangenheit. Ohne Zukunft (und Vergangenheit) wiederum keine Zukunftswissenschaft – und diese Disziplin verkörpert der 78-Jährige wie niemand sonst hierzulande.

Seit 2014 leitet der Schwiegervater des TV-Goldjungen Jörg Pilawa, kein Witz, das „Opaschowski-Institut für Zukunftsforschung“. Auf dem Weg dorthin hat Opaschowski von 1975 bis 2006 an der Hamburger Universität Erziehungswissenschaften gelehrt, von 2007 bis 2010 leitete er die „Stiftung für Zukunftsfragen“ des Tabakkonzerns British American Tobacco. Gegründet wurde sie 1979 noch als BAT-Freizeit-Forschungsinstitut – von Opaschows­ki selbst.

Nun sind aber Zukunft und Vergangenheit dem erwähnten frühmittelalterlichen Philosophen und Kirchenvater Augustinus (und diversen „Star Trek“-Drehbüchern) zufolge auch bloß Gegenwart. So wie ja auch dies eher eine Diagnose von Heutigem ist: „Medien machen einsamer und aggressiver“, zitierte gestern die Deutsche Presseagentur Opaschowski, der selbst übrigens kein Twitter-Verächter ist. Wer würde dieser Weisheit aus seinem neuesten Buch widersprechen? Entscheiden nicht längst einsam am Bildschirm vor sich hin pöbelnde Trollexistenzen Wahlen?

Dass aber die Einsamkeit ein wachsendes Problem ist für Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt: so plausibel wie frei von irgendwelchen Pointen. Umso beneidenswerter muss es sein, Kinder und Enkelkinder nah bei sich zu haben wie der fünffache Großvater Opaschowski.

Menschen indes, die Erkenntnisse des Schlages „Immer nur online ist nicht gut (aber Abstinenz keine Alternative)“ durchs Dorf treiben, die scheint es heute mehr denn je zu geben – in dieser Woche erst zwei Marketing-„Professoren“ aus Münster und Hamburg. War früher am Ende doch alles besser – auch die Zukunftsforschung? Alexander Diehl

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