: Hormon-Mäster gesteht
Münster (dpa) — Im bisher größten deutschen „Hormonprozeß“ hat der angeklagte frühere Großmäster Felix Hying (52) am Montag nach monatelangem Schweigen überraschend ein Geständnis abgelegt. Es sei richtig, erklärte er vor der 9. Großen Strafkammer des Landgerichts Münster, daß in seinen Ställen zwischen März und Juni 1988 insgesamt rund zehn Liter verbotene Wachstumsbeschleuniger gespritzt worden seien. Die Präparate habe er zuvor etappenweise in Halbliterflaschen „in einer Telefonzelle an der deutsch-niederländischen Grenze“ gekauft. Von wem, wollte Hying nicht verraten. Die Mittel, so versicherte der Westfale, hätten aber „keine anabole Wirkung“ gehabt, sondern nur den Appetit angeregt. Zwar sei er sich darüber im klaren gewesen, illegal zu handeln. Doch zugleich sei er überzeugt gewesen, daß die verwendeten Cocktails die menschliche Gesundheit nicht gefährdeten. Im Zuge des Hormonskandals hatte Nordrhein-Westfalens Landwirtschaftsminister Klaus Matthiesen (SPD) rund 9.000 Kälber notschlachten lassen. Hying ist gegen eine Kaution von einer Million Mark auf freiem Fuß.
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