: Hongkong feiert und protestiert
Die Rückgabe der britischen Kronkolonie Hongkong an China wird heute um Mitternacht (Ortszeit, 18 Uhr MEZ) mit einer offiziellen Zeremonie besiegelt. An der Feier in der neuen Kongreßhalle am nehmen 4.000 Gäste teil, darunter Prinz Charles, Tony Blair und Margaret Thatcher sowie Jiang Zemin, Li Peng und die Familie Deng Xiaopings. Aus Deutschland kommt Bundesaußenminister Klaus Kinkel. Im Mittelpunkt steht der Flaggenwechsel. Voraus gehen eine Abschiedsfeier der Briten, ein Feuerwerk und ein Bankett.
Nach der Übergabe wird Hongkong zur chinesischen Sonderverwaltungsregion und die neue Regierung, das umstrittene Übergangsparlament und die obersten Richter vereidigt. US-Außenministerin Madeleine Albright und Englands Premierminister Tony Blair wollen die Vereidigung boykottieren, da das Übergangsparlament nicht durch Wahlen legitimiert ist. Im Gegenzug wollen Chinas Staats- und Parteichef Jiang Zemin und Ministerpräsident Li Peng nicht an dem Bankett der Briten teilnehmen.
Die Übergabe wird von Protesten demokratischer Gruppen begleitet. Sie begrüßen das Ende der Kolonialzeit, demonstrieren aber gegen die Auflösung des gewählten Parlaments, für Demokratisierung und wollen an das Schicksal politischer Gefangener in China erinnern. Direkt nach der Vereidigung wird das neue Parlament, wie bereits beschlossen, die Bürgerrechte einschränken. In der Morgendämmerung trifft dann das bewaffnete Hauptkontingent der chinesischen Armee in Hongkong ein. sve
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