: Hoffnung für Sarajevo
■ Zwei Verbindungsstraßen geöffnet / Bruch des Waffenstillstands in Kroatien
Sarajevo (AFP) – Eine bedeutende Verbindungsstraße zwischen Sarajevo und den anderen von der bosnischen Armee kontrollierten Gebieten Bosniens ist gestern für die Zivilbevölkerung geöffnet worden. Hunderte Menschen nutzten die zweistündige Öffnung, um über die Straße zwischen den Stadtteilen Butmir und Dobrinja zu Verwandten zu fahren, die sie zum Teil seit Kriegsbeginn vor drei Jahren nicht gesehen hatten. Zugleich wurde eine weitere Straße zwischen den serbisch kontrollierten Stadtteilen Ilidza und Lukavica für zwei Stunden geöffnet.
Mit der Öffnung der belagerten Stadt wird das eigentlich seit 1. Januar geltende Waffenstillstandsabkommen mit einer mehr als vierwöchigen Verzögerung umgesetzt. Bereits am 1. Februar waren die Verbindungsstrecken für UN- Hilfslieferungen geöffnet worden. Die von den Bosniern geforderte Öffnung für den Güterverkehr wird von den Serben weiterhin abgelehnt.
Beide Straßen führen über den Flughafen von Sarajevo, über den wegen der serbischen Blockade die Versorgung der Stadt abgewickelt wird. Für die Serben verkürzt sich der Weg in ihre „Hauptstadt“ Pale nun um 45 Kilometer. Besuche aus Sarajevo in die von Serben gehaltenen Gebiete sind nicht möglich. Die Verbindung zwischen den bosnischen Stadtteilen Dobrinja und Butmir liegt im Schußfeld der serbischen Artillerie, die rund um die Stadt auf den Hügeln postiert ist. Für die Fahrten über Butir hinaus muß die bosnische Regierung eine Genehmigung erteilen. So will sie verhindern, daß eine große Zahl von Bewohnern der Hauptstadt diese für immer verläßt. Beide Straßen sollen jeden Tag nur für vier Stunden geöffnet werden.
Während sich so die Situation in Sarajevo entspannte, kommt es in Kroatien immer häufiger zu Verletzungen des Waffenstillstands. Allein am Sonntag zählte die UNO 168 Übergriffe. Vor allem in den von der serbischen Minderheit kontrollierten Gebieten und in deren Umfeld komme es zu Schießereien. Dort sind UNO-Soldaten stationiert, deren Mandat die kroatische Regierung nicht über den 31. März hinaus verlängern will.
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